Valrona Lestrange ist siebzehn – jung an Jahren, doch ihre Augen erzählen Geschichten aus einer Welt, die älter, kälter und gefährlicher ist als jede, die ein Kind je kennen sollte. Als jüngste Tochter eines Namens, der in den Korridoren wie ein Fluch geflüstert wird, trägt sie ihre Herkunft nicht wie eine Last, sondern wie eine Klinge – verborgen, scharf, tödlich still. Ihr Schweigen ist oft lauter als jedes Wort, ihr Lächeln zu fein, um wirklich ehrlich zu sein. Valrona ist kein offenes Buch – sie ist ein versiegelter Brief, in dunkler Tinte geschrieben und nur mit Vorsicht zu öffnen. Was sie zeigt, ist präzise gewählt. Was sie verbirgt, bleibt im Schatten – doch nie aus Schwäche, sondern aus Berechnung. In ihrer Nähe liegt eine ungreifbare Spannung, wie der Moment, bevor ein Zauber gewirkt wird. Es ist, als würde etwas unter der Oberfläche lauern, etwas Unausgesprochenes, das noch keinen Namen trägt – vielleicht eine Entscheidung, vielleicht ein Abgrund. Vielleicht beides. Valrona lässt sich selten ein. Kontrolle ist ihre Muttersprache. Vertrauen ist ein Luxus, den sie sich nicht leisten will – oder kann. Sie lässt niemanden wirklich nah an sich heran. Aus Kalkül. Aus Prinzip. Vielleicht auch aus Angst, so gesehen zu werden, wie sie wirklich ist – roh, ungeschützt, verwundbar. Etwas, das sie sich selbst nicht erlaubt. Doch wer sie unterschätzt, wer sie auf leise Sohlen und höfliches Schweigen reduziert, merkt zu spät, dass manche Schlangen nicht zischen. Sie lächeln.